Jawbone Up

Im ersten Teil hab ich bereits mein kleines Laufprojekt erläutert. Dabei behilflich ist mir u.a. ein kleines Armband, das Jawbone Up.

Im März 2013 hab ich mir während eines USA-Aufenthaltes das Jawbone Up gekauft. Das kleine, schwarze Armband zählt Schritte und erfasst Schlafphasen. Das Jawbone Up gibt es eigentlich schon seit 2011, wegen technischer Probleme mit der ersten Version wurde es aber in Europa nie verkauft und der Hersteller hat ein knappes Jahr an einer verbesserten Variante gearbeitet. Diese befindet sich nun seit März 2013 in meinem Besitz und in konstanter Verwendung.

Das Armband kommt in einer relativ schlichten, schwarzen Gummihülle daher. An einem Ende ist eine kleine Kappe, die einen Klinkenstecker verdeckt. Mithilfe dieses Steckers synchronisiert man das Armband mit der zugehörigen App auf dem iPhone. Außerdem lädt man den Akku des Armbands über den Klinkenstecker und einen mitgelieferten Adapter an einem handelsüblichen USB-Ladegerät (nicht mitgeliefert) auf.

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Am anderen Ende des Bandes befindet sich ein Druckknopf mit dem man das Band in drei verschiedenen Modi (Tag/Nacht/Aktivität) setzen kann.

Die Tatsache, dass ich das Band seit dem Kauf innerhalb der letzten 135 Tage nur 1-2 mal vergessen habe tagsüber anzulegen, spricht für guten Tragekomfort. Es fühlt sich nach ein paar Tagen an, als würde man eine Uhr tragen (was dummerweise wiederum dazu führt, ständig nach der Uhrzeit zu schauen).

Im Nachtmodus hab ich es ein paar mal mehr weggelassen (teilweise auch um es aufzuladen). Aber auch beim Schlafen stellt es grundsätzlich keinen größeren Störfaktor dar.

Die Zählgenauigkeit der Schritte scheint mir, nach der ersten zusätzlichen Feinjustierung anhand einiger, in der Nike+-App getrackten Läufe, auch recht genau zu sein (ohne es wirklich nachgezählt zu haben). Die c’t kommt in einem Vergleichstest mit dem Konkurrenzprodukt von Fitbit zu einem ähnlichen Ergebnis.

Andere Aktivitäten, wie z.B. Radfahren, erfasst das Band leider noch nicht automatisch. Hierzu muss man immer per Doppeldruck am Statusknopf eine Aktivität starten (und diese dann auch wieder manuell beenden). Für meine, meist kurzen, Radfahrten im Stadtbereich ist mir das zu umständlich, beim Joggen logge ich aber immer extra mit.

Die zweite wichtige Funktion des Armbands ist für mich der Wecker. Anhand der Bewegungssensoren ermittelt das Band, ob man sich gerade in einer Tief- oder Leichtschlafphase befindet. Stellt man die Weckzeit ein, versucht das Band einen in einer, innerhalb eines definierbaren Zeitrahmens liegenden, Leichtschlafphase zu wecken. Dies geschieht durch einen dezenten Vibrationslarm. Das ist extrem praktisch, wenn man nicht alleine schläft und morgens um 6 zum Joggen gehen will. Die Genauigkeit der Schlaferfassung kann ich nicht wirklich beurteilen. Die Angabe aber wie lange ich z.B. gebraucht habe um einzuschlafen, wirkt zumindest meistens sehr plausibel und deutet auf eine recht korrekte Resterfassung des folgenden Schlafes hin.

Zusätzlich kann man in der App auch noch seine Essgewohnheiten erfassen. Das ist aber viel zu umständlich und daher nicht wirklich praktikabel.

Die ganzen erfassten Daten übermittelt man am besten einmal am Tag, indem man das Armband mit dem Klinkenstecker an das iPhone anschließt und die Jawbone-App startet. Innerhalb der App werden die Daten recht schön in verschiedenen Diagrammen aufbereitet. Dort kann man sich auch mit anderen Nutzern zu Teams zusammenschließen und verschiedene Konfigurationen, wie z.B. die Weckzeit oder den Inaktivitätsalarm (das Band vibriert nach x-Minuten um zur Bewegung zu mahnen) einstellen.

Alle Daten, die man übermittelt, werden auf die Server von Jawbone übertragen. Man kann einstellen, welche Daten andere Teammitglieder sehen dürfen und welche nicht. Ich blende z.B. meine Schlafdaten aus und vergleiche nur meine Schrittergebnisse.

Außerhalb der App passiert relativ wenig. Auf der Jawbone-Seite kann man sich zwar mit seinem Account anmelden, findet dann aber nur eine rudimentäre Kontoverwaltung und, nicht unwichtig für den nächsten Teil meiner kleinen Reihe, die Möglichkeit alle bisher erfassten Daten als CSV-File herunterzuladen. Das benötigen wir nämlich, um unsere Jawbone-Daten aus der Enge der schicken App zu befreien.

Verschiedene andere Testberichte bemängeln die fehlende Bluetooth-Unterstützung. Ich finde die Synchronisierung über den Klinkenstecker aber ziemlich nett, weil ich erstens nicht wusste, dass so was geht und ich zweitens vermute, dass der Akku des Bandes bei Bluetooth-Nutzung wesentlich schneller leer wäre. So hält der nämlich meistens 7-8 Tage (der Hersteller behauptet sogar 10).

Für die Kappe, die den Klinkenstecker abdeckt, sollte man sich auf jeden Fall gleich den Dreierpack Ersatzteile mitbestellen. Ich hab meine bisher einmal verloren und nur durch Zufall wieder gefunden.

Die Kosten für das Band liegen in Europa bei 130 €. Hat man US-Verbindungen, kann man sich das Band für den selben Dollarpreis beim Best-Buy kaufen lassen und ein bisschen sparen.

Was bringt’s jetzt?

Zunächst mal sieht man recht schnell, wie wenig man sich an einem durchschnittlichen Bürotag eigentlich bewegt. Mehr als 2000-3000 Schritte sind da, bei der Nutzung von Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln, nicht drin. Und dann will man recht schnell die vom Hersteller empfohlenen 10.000 Schritte pro Tag erreichen. Zumindest jeden zweiten Tag. Und auf jeden Fall mehr Schritte gehen als @hipcheck, @jakV oder @christophkoch. Und ehe man sich versieht, fängt man z.B. an auch mal den kompletten Weg in die Arbeit zu laufen, anstatt die Tram zu nehmen.

Klingt alles ziemlich gut?

Eigentlich ja. Hätte mein Jawbone nicht just zum Zeitpunkt des Erstellens dieses Postings immer mal wieder spontane Aussetzer und es blinkt nur noch die rote Statusleuchte. Abhilfe schaffen nur mehrmalige Synchronisationsversuche mit der App. Eine Mail an den Support ist raus, @christophkoch meldet parallel den Defekt seines Gerätes und im Jawbone-Forum melden sich auch vermehrt Kunden mit defekten Bändern. Es bleibt abzuwarten, ob das ein zweites Produktfiasko wird oder mit Austauschgeräten schnelle Abhilfe geschafft werden kann.

Im nächsten Teil werde ich aufschreiben, wie ich die Jawbone Up-Daten regelmässig extern wegsichere und weiter auswerte.

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