Januar 2013

Neuer Monat, neue Zusammenfassung.

Gesehen

Das Adlon – Eine Familiensaga
So einen aufwändigen ZDF-Neujahrsmehrteiler hatte ich seit dem Schattenmann nicht mehr gesehen. Die Wedel-Sachen haben mir eigentlich immer gut gefallen, doch diesmal gab es ein W weniger und es reichte nur für Edel. Der Regisseur war dieses mal aber offenbar sowieso nicht so wichtig, denn Das Adlon – Eine Familiensaga, das teilte uns der Vorspann in jeder Folge äußerst prominent mit, war eine „Oliver Berben Produktion“. Das Geld, was Oliver Berben beigebracht hatte, floss offenbar komplett in die Gagen der prominenten Besetzungsliste, nicht aber in Drehbuch und Ausstattung. Selten haben so viele renommierte deutsche Darsteller so schlechte Dialoge am Fließband aufgesagt, eingebettet in schlecht konstruierte Handlungsstränge und unglaublich billige Historien-Matte-Painting-CGIs vom Brandenburger Tor. Warum ich mir trotzdem alle drei Teile angeschaut habe, kann ich im Nachhinein nicht mehr sagen.

Star Trek – Raumschiff Voyager
Deep Space Nine war und ist meine Alltime-Lieblings-Star Trek-Serie. Entsprechend schwer hatte es damals der direkte Nachfolger und nach den ersten paar Folgen war ich raus. Jetzt vielen mir durch einen glücklichen Umstand alle Staffeln in die Hände und ich schau das jetzt durch. Das ist alles noch so angenehm behäbig und so 90er, da kann man nebenher noch eine Zweitserie kucken oder twittern, ohne was wichtiges zu verpassen.

Old Boy
Die Comicvorlage hat mir schon im November 2012 sehr gut gefallen. Die Verfilmung von Park chan-wook orientiert sich an der Grundkonstellation der Comicvorlage, ändert aber wichtige Charaktere und Motive stark ab und ist dadurch viel schriller, durchgeknallter und expliziter als der Manga. Anders gut.

Die Mondverschwörung
Diese Dokumentation folgt einem fiktiven Reporter bei seiner Spurensuche durch die, größtenteils deutsche, Verschwörungstheoretiker-Szene. Es geht los bei Mondwasser und endet bei rechten Neuschwabenland-Esoterikern. Eine WRINT-Episode, in der Holger Klein den Regisseur Thomas Frickel interviewt wartet noch auf Sichtung.

Die Braut des Prinzen
Die Fantasy-Perle aus den 80ern ist super gealtert.  Die Rahmen-Vorlesehandlung mit Peter Falk als Opa gibt einem mit eigenen Kindern noch ein paar zusätzliche Lacher und ich habe Billy Crystal unter unglaublich viel Latex und Mark Knopfler hinter schönem Soundtrackkitsch entdeckt.

Gelesen

#aufschrei war im Januar. Ich habe wahrscheinlich noch nie so viele Beiträge zu einem Thema in so kurzer Zeit gelesen. Viele Blogs sammelten und sammeln Links zu relevanten Beiträgen. Exemplarisch verlinke ich mal das Posting von Anke Gröner. Die beste Reaktion von männlicher Seite hat Malte Welding in der Berliner Zeitung aufgeschrieben. Ziemlich oft richtig liegt eigentlich immer: Antje Schrupp. Und verunsicherte Männer, die die einfache Handlungsmaxime „Sei kein Arschloch“ nicht verstehen, sei Anke Domscheit-Bergs Tipp (bei 3:20) nahegelegt: „Stell euch vor eure Mutter steht neben euch.“ Und Mitauslöser der Debatte: „Normal ist das nicht“ von @ruhepuls.

Sonst noch:
Judith Holofernes belauscht Vorstellungsgespräche im Café.

Ich würde mir wünschen, dass es mehr Interesse für das Unbekannte gibt als Sehnsucht nach dem Hotel Mama.“ sagt Verteidigungsminister Thomas de Maizière in diesem Interview. So unbekannt sind tödlich endende Kampfeinsätze formerly known as Krieg jetzt auch nicht mehr. Vielleicht bleiben diese jungen Menschen ja gerade deshalb lieber im Hotel Mama.

Die Library of Congress sammelt ja schon länger Tweets in Unmengen. Das finden viele Leute unnütz. Warum das vielleicht doch ganz sinnvoll sein kann schreibt James Gleick.

Gehört

Podcasts:
Chaos Radio Express zum Thema Pornographie. Ausführlich und umfassend.

Das Medienradio zur Zukunft des öffentlich rechtlichen Rundfunksystems. Philip Banse im Gespräch mit Christoph Lütgert, der 25 Jahre bei der ARD gearbeitet hat.

Musik:
In folgende Musik hab ich im Januar reingehört:

Die Highlights:
Endlich hat sich die neue Deftones Koi No Yokan für mich geöffnet. Gutes Album. Ezra Furmann – The Year Of No Returning spielen wunderschöner Indie-Pop und Biffy Clyro sind eh die Größten. Sowohl „Live at Wembley“, als auch mit dem neuen Studioalbum „Opposites“.

Ein Gedanke zu „Januar 2013“

  1. Ich glaube, dass der Reporter Dennis Macarenas bei Mondverschwörung gar nicht fiktiv ist, sondern tatsächlich für seinen Sender DDC TV in Deutschland unterwegs war. Das erklärt der Regisseur aber noch genauer in dem Wrint-Interview.

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