2011 in 20½ Songs

Normalerweise kompiliere ich meinen Freunden mehrmals im Jahr einen Sampler. Dazu ein schickes Cover und fertig ist die Musikmissionierung. Dieses Jahr bin ich dazu bisher leider gar nicht gekommen. Aber zum Jahresabschluss gibt’s jetzt doch noch ein Mixtape. Passenderweise ist das auch gleich mein persönlicher musikalischer Jahresrückblick. Und da ich mir außerdem vorgenommen habe, diesem Blog wieder ein bisschen Leben einzuhauchen und dazu nach dem arbeitsintensiven, aber mittlerweile erfolgreich vollbrachten NEON.de – Relaunch (featuring @karummms und @wersglaubt) auch wieder Luft und Muße sein sollte, mach ich daraus einfach einen Blogpost. Für alle. Zum Lesen und Anhören.

Fucked Up – Queen of Hearts
Neben La Dispute das zweite Hardpostwhatevercore-Album des Jahres das mich weggeblasen hat. Ich gestehe seit der Geburt meiner Kinder fast nur noch Singersongwriter und andere Luschi-Leisetreter gehört zu haben und gelobe hiermit Besserung. Das Ticket für La Dispute im Januar ist schon gebucht.

Foo Fighters – Walk
Die Kinder zum ersten mal für zwei ganze Nächte bei den Großeltern abgegeben. Eine Stunde lang noch ein seltsames Bauchgefühl, danach viel Entspannung, Schlendern, Schlemmen und: Ruhe. Abends dann ins Kino. Eigentlich egal was.  Multiplex Würzburg, Thor. Ziemlich gute Comic – Verfilmung und im Abspann rocken die Foo Fighters los. Dave Grohl kann einfach nicht Scheiße sein und eine Frau, die mit euch Thor anschaut müsst ihr auch erst mal finden.

Volbeat – Heaven nor Hell
Da liest man mal den Metal Hammer 15 Jahre nicht und schon verpasst man so was Tolles. Von @heckmann und @karummms dieses Jahr schließlich doch überzeugt worden, gilt immer noch: Was für ein bescheuerter Name. Aber auch: wie viel mehr kann ES rocken? Das ist die Musik auf die ich seit der Auflösung von Life of Agony und der Scheißewerdung von Metallica gewartet habe. Ist eigentlich aus 2009, mir aber egal.

Biffy Clyro – Bubbles
Auch kein astreiner 2011er Track, aber das letzte Album Only Revolutions rotiert bei mir eben auch schon seit über zwei Jahren. Seit sie 2002 The Cooper Temple Clause (kennt die noch jemand?) als Vorband im Orange House um Längen geschlagen haben kommt von Biffy Clyro kein schlechtes Album mehr. Das sie mittlerweile im Bereich Stadionrock, Abteilung „unpeinlich“ operieren konnte man 2011 bei ihrem Auftritt auf dem Glastonbury-Festival sehen.

Fettes Brot – Man kann einen ehrlichen Mann nicht auf seine Knie zwingen
Neue Superpunk-Alben feiere ich normalerweise ungehört und aus Prinzip ab. Umso gefährlicher ist da natürlich ein Tribut-Album. Das kann schnell in die Hose gehen. Und nachdem die 2011er Tribute zu Nevermind, Is this it und Automatic for the people eher im Bereich egal bis ärgerlich rangierten, freute ich mich um so mehr über das gelungene Oh dieser Sound – Stars spielen Superpunk.

Thees Uhlmann – Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluß hinauf
Die letzte gute Tomte-Platte ist auch schon wieder acht Jahre her. Da erschien Hinter all diesen Fenstern und hat mich damals in vielerlei Hinsicht sehr mitgenommen. Und da man nicht immer nur in der Vergangenheit schwelgen soll hat Thees dieses Jahr ein Album vorgelegt, auf dem er in der Vergangenheit schwelgt. Und zwar auch ein bisschen in meiner. Landjugend.  „Du kriegst die Leute aus dem Dorf / Das Dorf nicht aus den Leuten„.

Casper – Die letzte Gang der Stadt
Hip-Hop hatte für mich das letzte mal Relevanz als es noch um Männer, die seine Gefühle nicht zeigen können ging. Das spricht nicht für meine Hip-Hop-Kompetenz. Aber da Casper den Sprechgesang mit dem Indie verheiratet hat bin ich natürlich auch wieder im Boot und sein neuestes Video ist tatsächlich sehr sehenswert und episch.

The King Blues – Does anybody care about us
Da hat mich Johnnys Interview drauf gebracht. Die Namen Joe Strummer, Jamie T., The Streets, Billy Bragg und The Clash fallen nicht zu unrecht. Und dazu sind The King Blues so wahnsinnig gut und eigenständig, so jung und wütend und mit einem Gespür für Hits, Hits, Hits, das das aktuelle Album Punk & Poetry mein Lieblingsalbum 2011 ist.

PeterLicht – Neue Idee
Der Mann, der seit 2006 die Krise des Systems vorhersingt. Im ganz neuen Album bin ich noch nicht 100% drin, in der ersten Single schon.

Tyler Bates – Two perfect moments
Wie oben schon erwähnt sind Kinobesuche mit zwei Kindern eher rar gesäht. Umso schöner war es dieses Jahr mal wieder drei(!) Filme auf dem Fantasy Filmfest anzuschauen. Und Super, den ich zusammen mit dem @abspann gesehen hab, war dann auch richtig, Achtung!, super. Tyler Bates hat den Hauptteil des Soundtracks gemacht und der ist, ihr ahnt es bereits: super!

Foster the people – Pumped up kicks
Für den Betriebsausflug Anfang des Jahres nach Davos hat NEON-Grafik-Checker @DiskoManni in gewohnt gekonnter Manninier ein formidables Mixtape kompiliert. Foster the people blieb mir da gleich im Ohr hängen. Mitte des Jahres lief es dann auch auf Bayern 3.

Imaginary Cities – Hummingbird
Im Sommer hab ich mal ein paar Monate simfy getestet. Da gab’s eine Playlist, angeblich hat die Thees Uhlmann höchstselbst zusammengeschraubt. Vielleicht war’s sogar so. Hummingbird war da auch drauf. Und Imaginary Cities erscheinen ja auch auf GHvC und haben auf seiner Tour Vorband gespielt. Hummingbird ist jedenfalls mein Singlehit 2011!

Moneybrother – God knows my name ’11
Der zweite Streich vom Super – Soundtrack (ihr erinnert euch, ich und @abspann, die coolen Mitdreißiger auf dem FFF 2011). Film ist aus, Abspann (ohne @) und dieser Song. Wir schau’n uns beide an und überlegen, ob das Joe Strummer ist. Nicht die schlechteste Referenz.

Manchester Orchestra – Virigin
Eine Rezension auf plattentests.de bringt mich auf die Band. Das Album hat mich nicht komplett umgehauen, Virigin ist aber ein dermaßen mächtiger Song. Und er hat einen Kinderchor. Damit kriegt man mich ja immer.

Fleet Foxes – Battery Kinzie
Mitten im Sommer. Das neue Album der Fleet Foxes ist gerade erschienen, SpOn schreibt die Band nach ihrem Berlin – Konzert in den Himmel und am Tag später geben sie ihr einziges weiteres Deutschlandkonzert. Natürlich in: Dachau, Marktplatz. Open Air. Dabei: @marianlturner (die Wissenschaftlerin mit dem guten Musikgeschmack), @abspann (Der Nerd mit der schicken Frisur) und ich (Der Typ mit den zwei Kindern, der sich über jeden Konzertbesuch doppelt freut). Unglaublich gute und entspannte Atmosphäre, Bier aus echten Flaschen (Glas) und Spanferkelsemmel von echten Spanferkeln (Schwein) dazu.

Florence & The Machine – Shake it out
The Dog Days are over vom Album Lungs mochte ich nach diesem Video (Achtung, sehr lustiger Babycontent). Jetzt hab ich den aber schon auf einem der letzten Sampler verbraten. Deshalb also von der neuen Platte das ähnlich tanzbare Shake it out. Und wer solche Gardinen auf der Bühne trägt, kann kein schlechter Mensch sein.

Elbow – With love
Wie bei Archive – Alben, kann man auch bei Elbow – Alben immer blind zugreifen. Das sind dann Gesamtkunstwerke, die man eigentlich nicht aufdröseln sollte. Hab mir aber trotzdem diesen Song rausgegriffen. Der steht da jetzt exemplarisch. Das Album heißt Build a Rocket Boys! und kann käuflich erworben werden.

William Fitzsimmons (feat. Julia Stone) – Let you break
Da wären wir wieder bei den Singersongwriterluschis. Den Mann mit dem albernen Bart find ich ganz gut, Julia Stone  und ihren Bruder Angus hingegen supergut. Da Angus bei diesem Song fehlt, dafür aber der Mann mit dem albernen Bart mitspielt find ich den (das Lied, nicht den Mann mit dem albernen Bart) sehr gut.

Klee – Wir beide
Dank bester Beziehungen durften ich und meine feste Beziehung die Band gleich zwei mal live sehen. Einmal beim schönen Prima Leben und Stereo – Festival in Freising inklusive Backstageaufenthalt und dann später während der regulären Tour im Stuttgarter LKA. Beides mal auf seine Art ziemlich gut und vor allem: kinderfrei. Und wenn SpOn das ganze „würdevolle Popmusik“ nennt, haben sie ausnahmsweise auch mal Recht.

Death Cab for Cutie – Codes and Keys
Jedes Album eine Bank. Dieses auch. Und daraus der Hit. 

g.weida – „The Honest man“ – Theme
Zum Rausschunkeln noch ein Minitrack vom oben bereits gefeaturten Superpunk – Tribut. g.weida quetschen die Kommode.

4 Gedanken zu „2011 in 20½ Songs“

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