2014 – Ein Jahr ohne eigenes Auto – Die Bilanz

Bildschirmfoto 2014-12-29 um 10.28.42Im Dezember 2013 haben wir unseren Skoda Octavia verkauft. Wir – Frau, Mann, 2 Kinder (5 und 7) – sind das ganze Jahr 2014 ohne eigenes Auto mobil gewesen und nach ein paar Zwischenberichten ist es jetzt Zeit für die abschließende Jahresbilanz.Ich habe 2014 sämtliche Mobilitätskosten in diesem Spreadsheet erfasst und mit meiner Vorauskalkulation abgeglichen. Jetzt sind die letzten Feiertagsfahrten eingetragen (die Dezemberkosten für STATTAUTO sind zwar noch nicht 100% final, da der Anbieter leider immer erst ein paar Monate später abrechnet, dürften aber nur noch marginal variieren)  und es ist Zeit für ein Fazit mit viel Zahlen und ein paar Gefühlen.

Ich hatte vorausgeschätzt, dass wir im Jahr etwa 10.440 Kilometer zurücklegen. Daraus wurden dann doch knapp 13.600 Kilometer. Das hätte uns mit dem eigenen Auto potentiell etwa 4.400 € gekostet und mit Car-Sharing, Bahn und Fernbuss schlug es am Ende mit 4.250 € zu Buche. Nach Zahlen also eine knappe Niederlage für das eigene Auto.

Auf der gefühlten Ebene überwiegen ebenfalls die bereits in meinen Zwischenberichten erwähnten Vorteile: Kein Ärger mit überteuerten Werkstätten, kein Reinigungsaufwand, keine Winterreifen montieren und überhaupt: Keine Belastung. Das Car-Sharing gibt man am Ende der Fahrt zurück. Ist was kaputt, ruft man die Servicenummer an. Das war’s.

Die Infrastruktur der einzelnen Car-Sharing-Anbieter funktioniert in großen Teilen wirklich hervorragend. Bei allen kann man zuverlässig per App buchen. Lediglich bei STATTAUTO nerven ein bisschen die doch stark verzögerten Abrechnungszeiträume.

Autos waren, auch bei kurzfristigen Buchungen, immer verfügbar. Wir haben bei STATTAUTO glücklicherweise auch fünf Stationen in Reichweite. Zusätzlich stehen im Viertel noch zwei Autos von CiteeCar. DriveNow und Car2Go ergänzen das ganze dann noch für kurze Spontanfahrten.

Neben den einzelnen Apps der Anbieter kann ich weiterhin allryder empfehlen, mit der man ziemlich gut das jeweils optimale Verkehrsmittel von A nach B findet und für München die Web-App der MVG.

Fazit: Wer in gut erschlossenem, urbanen Gebiet wohnt und ein ähnliches Fahrverhalten wie wir hat, braucht eigentlich kein eigenes Auto. Man spart ein bisschen Geld und v.a. Zeit und Nerven.

[Update]: Weil danach gefragt wurde: Meine Frau und ich besitzen beide Jahreskarten für den MVV und nutzen in der Stadt eigentlich fast nur den ÖPNV oder das Fahrrad. Ich hab das in die Rechnung bloß nicht mit integriert, weil wir das auch mit eigenem Auto schon so gemacht haben und das daher keinen Kostenvorteil für eines der Modelle ergeben hätte.

Ein paar mehr Fakten und Zahlen hab ich in diese kleine Infografik gepackt, die man gerne sharen darf.

9 Gedanken zu „2014 – Ein Jahr ohne eigenes Auto – Die Bilanz“

  1. Es beruhigt mich immer, daß Familien den Schritt wagen, ohne sich nach dem Selbstversuch abgehängt zu fühlen.

    Aber wahrscheinlich funktioniert das nur, wenn beide Partner innerhalb der vier MVV-Ringe arbeiten.

  2. Danke für die detaillierte Aufstellung und hübsche Optik! Eine Frage drängt sich mir aber doch auf: Ohne den Anteil für den Wertverlust des Autos verliert die autofreie Variante deutlich. Eigentlich hättet ihr euer Auto also noch fahren müssen, bis ihr es komplett abgeschrieben hättet, oder? Unser „Papa-Auto“ beispielsweise ist so ein Fall, da rechnet der Gatte nur noch, ob sich die Werkstattbesuche lohnen …

    1. @Anna: Naja, bei unserem Auto stand eine recht teure Reparatur im Bereich ab 2000 Euro für 2014 an. Da war dann die Frage, ob man da noch was investiert. Außerdem haben wir das Auto ca. 2010 gebraucht für 11.000 Euro gekauft und Ende 2013 für knapp 5000 Euro losbekommen. Wenn man ehrlich rechnet muss man den Wertverlust schon einkalkulieren, weil ich das Geld ansonsten 2010 auch z.B. hätte anlegen können.

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