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Klötzchenfilme

So einfach produzieren Sie zusammen mit ihrem Kind einen eigenen LEGO-Film.

Unter Brickfilmen versteht man mithilfe von LEGO-Figuren erstellte Stop-Motion-Animationsfilme. Das Internet ist voll davon. So ziemlich jeder populäre Film wurde wahrscheinlich schon mal als Brickmovienachgedreht und große Sportereignisse, wie das Wunder von Bern, sind als LEGO-Animation verewigt worden. Beim Deutschen Webvideopreis war dieses Jahr in der Kategorie Arthouse eine LEGO-Version der erfolgreichen TV-Serie The Walking Dead nominiert.

Das tolle an Brickmovies: Jeder kann relativ einfach eigene Filme produzieren. Der Aufwand ist überschaubar.

Ich habe meinem Sohn dabei geholfen seinen ersten Film zu drehen. „Abenteuer in der Arktis“ ist ein schnörkelloser Kurzfilm über eine Forschungsstation in der Arktis, die eine mysteriöse Entdeckung macht. Aber sehen Sie selbst:

Gut, das ist jetzt offensichtlich kein neuer Tarantino. Es holpert an vielen Stellen noch, die Dramaturgie ist ungefähr auf dem Niveau einer Bobo Siebenschläfer-Geschichte und die Soundeffekte – nun ja, immerhin selbst eingespielt.

Aber er hat sich das (fast) alleine ausgedacht und umgesetzt und war sehr stolz auf das Ergebnis.

Das lernt das Kind dabei:

  • Wie werden Animationsfilme hergestellt und wie viel Aufwand steckt dahinter?
    Dazu gibt es auch einen sehr empfehlenswerten Beitrag derSendung mit der Maus, die hinter die Kulissen von Shaun das Schaf geschaut hat
  • Wie erzählt man eine Geschichte?
    Mithilfe von Texttafeln und Sprechblasen hat der Sohn z.B. gelernt, wie man auch mal Inhalt weglassen und Handlung straffen kann.
  • Geduld und Ausdauer.
    Die Produktion hat fast zwei Stunden gedauert und er ist bis zum Schluss ziemlich konzentriert dabei geblieben.
  • Kreativität.
    Die Geschichte hat er sich selbst ausgedacht. Und das tolle an einem LEGO-Film ist auch, dass die Kinder mit einem bekannten Spielzeug, mit dem sie sowieso schon zig Geschichten durchgespielt haben, einfach einen Schritt weiter gehen und was neues damit erschaffen.

Das braucht man dazu:

  • LEGO-Figuren und Steine. Am besten ein kleines Set mit Gebäude, mehreren Personen und Fahrzeugen.
  • Ein Smartphone oder Tablet.
  • Die kostenlose iOS-App LEGO-Movie-Maker. Für Android gibt es andere Tools, mit denen man Stop-Motion-Filme drehen kann. Die folgende Anleitung beschränkt sich auf das Programm aus dem Hause LEGO.
  • Eine Halterung für das Smartphone oder Tablet. Am einfachsten baut man sich diese aus aus Legosteinen zusammen.
Die iPad-Halterung haben wir selbst aus LEGO gebaut

So geht’s:

Der LEGO-Movie-Maker läuft sowohl auf dem iPhone, als auch auf dem iPad. Wenn möglich sollte man das Tablet nutzen, da dort die Übersicht gerade für Anfänger besser ist.

Zuerst machen wir uns eine Halterung für das iPad. Dazu braucht man eine Bodenplatte und ein paar unterschiedliche Steine. Das ganze sieht bei uns so aus. Man kann das natürlich nach belieben variieren. Wichtig ist, dass das iPad stabil steht.

Dann bauen wir unser LEGO-Szenario auf. Mein Sohn hat sich seine LEGO-City-Arktis-Station ausgewählt. Die haben wir dann auf einer weiteren Bodenplatte befestigt und die restlichen Kulissen dazugestellt.

Jetzt empfiehlt es sich, die iPad-Halterung mit einer weiteren Bodenplatte mit dem Film-Set zu verbinden. Dadurch bleibt der ganze Aufbau stabil und der Abstand von der Kamera zu den Objekten immer gleich.


Wenn das Set steht und die Kamera ausgerichtet ist, starten wir die App und drücken „Make a Movie


Als erstes geben wir einen Filmtitel und den Namen des Regisseurs ein. In der rechten Leiste wählt man noch einen Hintergrund aus.


Dann geht es los. Wir nehmen den ersten Frame unseres Animationsfilms auf. Für den besseren Überblick, kann man sich in der oberen Leiste ein Raster einblenden und den „Geister-Modus“ aktivieren. Der sorgt dafür, dass man immer schemenhaft die vorherige Aufnahme eingeblendet bekommt. Damit kann man die Animationsschritte besser aufeinander abstimmen.


Nach jedem Schnappschuss müssen die Figuren und Fahrzeuge einen kleinen Schritt weiterbewegt werden. Dann wieder ein Foto machen und das ganze von vorne.

Auf der unteren Leiste sieht man jeden einzelnen Frame, den man fotografiert hat. Mit den Pfeilen am Rand blättert man weiter und mit einem Klick auf das „Edit“-Symbol bearbeitet man den Frame.


Im „Edit“-Modus kann man noch die Dauer des Frames festlegen und einen Sound hinzufügen. Bei den Sounds gibt es ein paar vorgegebene Standardgeräusche. Lustiger ist es aber, eigene Sunds aufzunehmen. Das hört man bei uns, wenn der Lastwagen fährt.


Mit „Add Frame“ kann man auch Texttafeln oder Sprechblasen einfügen. Eine „10 Minuten später …“ – Einblendung erspart lange Wartezeit und verknappt die Handlung.


Mit dem „Music“-Button hinterlegt man ein Musikstück unter den Film. Man kann einen Titel aus der eigenen Musikbibliothek auswählen.


Unter „Effects“ legt man einen Bildfilter auf einzelne Frames.


Mit „Speed“ passt man die Geschwindigkeit des ganzen Films an. Damit experimentiert man am besten ganz zum Schluss, wenn alle Frames im Kasten sind.


Hat man mal einen Frame zu viel oder fehlerhaft aufgenommen, kann er einfach mit „Delete Frame“ entfernt werden.


Zwischendurch sollte man immer mal wieder auf den „SAVE“-Button rechts oben klicken.


Wenn alles fertig ist, exportiert man den Film noch in den eigenen Fotospeicher. Von dort aus kann man ihn dann weiterverbreiten.


FAZIT:

Mit dem LEGO-Movie-Maker erstellt man sehr einfach und schnell eigene Stop-Motion-Animationen. Das Tool kann schon von Sechsjährigen sehr gut bedient werden. Eltern sollten die Kinder aber auf jeden Fall durchgehend bei den Dreharbeiten begleiten um auftauchenden Fragen schnell beantworten und kreative Unterstützung geben zu können.

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