Zuerst erschienen bei

Tommi 2015 – Der Softwarepreis für Kinder

Am 16. Oktober wird auf der Buchmesse zum 14. mal der Deutsche Kindersoftwarepreis Tommi verliehen. Und das Beste: Jeder kann sich an der Wahl beteiligen.

DerTommi wird jedes Jahr an herausragende Software und Elektronikspielzeug für Kinder ab 6 Jahren verliehen.

Eine Fachjury hat auch dieses Jahr wieder aus den eingereichten Spielen in den Kategorien „PC-Spiele“, „Konsolenspiele“, „Apps“, „Elektronisches Spielzeug“ und der Sonderkategorie „Kindergarten und Vorschule“ eine Vorauswahl getroffen.

Das Besondere am Tommi: Die Sieger werden von der Zielgruppe, also den Kindern, mitbestimmt. Noch bis 9.10. kann man deutschlandweit in über 20 öffentlichen Bibliotheken alle Spiele vor Ort auf Herz und Nieren testen.

Ich hab das mit meinen Kindern mal gemacht und die Münchner Stadtbibliothek besucht. Natürlich konnten wir uns nicht alle 42 Nominierungen anschauen, aber für fünf Spiele haben meine Tochter (6) und mein Sohn (8) ihre Testbögen ausgefüllt. Ihre Bewertungen finden sich immer im Anschluss an das vorgestelltes Spiel als Original-Fragebogen. Bei meiner Tochter habe ich das Ausfüllen übernommen, deshalb ist dort die Schrift etwas unleserlicher.


Yoshi’s Wooly World
Wii U, USK 0, 48,90 €

Der kleine Dinosaurier Yoshi aus dem Nintendo-Universum tritt meistens nur als Nebenfigur in Super-Mario-Spielen auf. In Wooly World spielt er die Hauptwolle. Hier wimmelt es von Wolle, Häkel und Nähutensilien. Yoshi selbst sieht ebenfalls aus, wie frisch von der Stricknadel gehüpft. In klassischer Jump’n’Run-Manier kämpft er sich durch zunehmend schwerere Level und bewirft seine Feinde mit Wollknäuel. Das Spieldesign ist wirklich unfassbar niedlich und erinnert ein bisschen an Little Big Planet. Die Steuerung geht geübten Konsolenspielern leicht von der Hand und überfordert nicht mit all zu viel Tastenkombinationen. Im Zweispielermodus kann man kooperativ zusammenspielen. Das ist ideal für Eltern, die ihre Kinder beim Einstieg in die Wollwelt begleiten möchten.

Das sagt der Sohn:


Anki Overdrive
iOS, Android, Rennbahn, Starterset 179,99 €

Das hier ist sowas wie die Carrera-Rennbahn für die Generation App. Die kleinen Rennautos werden mit Smartphone oder Tablet gesteuert und fahren auf einer glatten Kunststofffläche frei herum ohne in Schienen gezwängt zu sein. Man kann die Autos damit wesentlich flexibler steuern. Zusätzlich kann man über die App den Gegner mit (virtuellen) Waffen ausbremsen. Eine kleine Rakete ins Heck und er steht erst mal eine Weile.

Anki Overdrive ist zunächst technisch total faszinierend. Vor jedem Rennen fahren die Autos die Rennstrecke einmal ab und übermitteln alle Daten an die App, die damit über die aktuelle Verkehrsführung Bescheid weiss. Mit zusätzlichen Streckenmodulen kann man für jedes Rennen einen neuen Rundkurs gestalten.

Die Steuerung geht über die App intuitiv von der Hand und wurde vom Sohn schnell erlernt. Leider war bei unserem Probespiel aufgrund technischer WLAN-Probleme kein Duell Mensch vs. Mensch möglich (Ich hätte mich da selbstlos angeboten). Aber schon gegen den Computer machte Anki Overdrive dem Bub großen Spaß.

Einziger Wermutstropfen: 180 € für das Starterkit sind ein stolzer Preis. Und das wird nicht der letzte Euro gewesen sein, den man für Anki Overdrive ausgibt. Zahlreiche zusätzliche Autos und Streckenteile warten schon. Offizieller Verkaufsstart in Deutschland ist der 6. Oktober.

Das sagt der Sohn:


LeYo! Alle Vögel sind schon da
iOS, Android (kostenlos), Buch (19,99 €)

In der App kann man dem Vogel unter das Gefieder kucken.

Mit einer kostenlosen App kann man die Bücher der LeYo!-Reihe um zusätzliche, interaktive Inhalte und Spielelemente erweitern. Das Prinzip ist schon vom TipToi-Stift bekannt, durch die Verwendung von Smartphone oder Tablet sind aber noch mehr Multimediainhalte möglich. Hält man die App über eine Buchseite, erkennt sie automatisch, um was es sich handelt und blendet zusätzliche Funktionen ein. Bei dem Vogelbuch kann man sich z.B. die Vogelstimmen anhören oder schauen, wie ein Vogelskelett aussieht. Die Elemente werden in der App über den eigentlichen Buchinhalt als zusätzliche Ebene gelegt. Das funktioniert ziemlich gut und zuverlässig. Bei unserem Test hatten wir aber nur ein iPad zur Verfügung. Wenn man das länger als ein paar Minuten über das Buch halten muss, wird schnell der Arm schlapp. Mit dem Smartphone dürfte das wesentlich komfortabler gehen.

Das sagt die Tochter:


Elektronischer Baukasten: Roboter selber bauen & erleben
49,95 €

Der Roboterbausatz besteht im wesentlichen aus einer Platine mit Rädern. Nach einer einfachen Anleitung können die Kinder verschiedene Kontakte mit farbigen Drähten verbinden und noch zwei Leuchtdioden anbringen. Und dann fährt der Roboter auch schon, erkennt Hindernisse automatisch und weicht ihnen mit einem penetranten Piepston aus. Im Prinzip war’s das auch schon. In der beiliegenden Anleitung finden sich aber noch umfangreiche Tipps, wie man das Gefährt mit Bastelmaterial verkleiden und tunen kann.

Das sagt der Sohn:

Elektronisches Brettspiel: Captain Black
39,95 €

Die Tochter ist schon ganz aufgeregt, weil gleich eine neue Aufgabe kommt.

Der Geist des Piratenkapitäns Captain Black will zu seinem Schatz gebracht werden. Dazu müssen alle Spieler (meistens) gemeinsam sein altes Schiff sicher zur Pirateninsel steuern. Doch das ist nicht so einfach. Ständig tauchen neue Lecks, Seeungeheuer und Freibeuter auf, die die Reise verzögern. Captain Black steht in Form einer großen, sprechenden Figur im Mittelpunkt des Spiels. Er gibt vor, was als nächstes passiert und welche Aufgaben die Spieler lösen müssen. Und das funktioniert erstaunlich gut. Die Erzählstimme bringt die nötige Dramatik mit um die Kinder in den Bann der Geschichte zu ziehen. Die Aufgaben sind manchmal noch zusätzlich mit einem herunterzählenden Countdown versehen, was v.a. meine Tochter ganz schön mitgenommen hat (tatsächlich so ein bisschen, wie in dem Werbevideo hier). Das Piratenschiff ist stabil und hochwertig produziert. Wirklich sehr unterhaltsam und spannend. Der Spielablauf variiert, so dass es auch bei mehrmaligem Durchspielen nicht langweilig werden sollte.

Das meint der Sohn:

Das meint die Tochter:

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.